Bauwende - Einfamilienhäuser unerwünscht?

  • Das Bündnis 90/Die Grünen, die laut aktueller Bundestags-Wahltrendumfrage vom 15.12.2019 bei 21,3 Prozent liegen, haben auf ihrem Parteitag einem weiteren Symbol des bürgerlichen Lebens der deutschen den Kampf angesagt: dem Einfamilienhaus. Nach der bereits beschlossenen Verkehrswende soll nun die Bauwende kommen.


    Der Verein Bauwende aus Verden schreibt dazu auf seiner Webseite:

    Zitat

    Bauwerke sind für ca. 40 % der Treibhausgasemissionen und des Energieverbrauchs sowie jeweils 50 % der Rohstoffentnahmen aus der Natur sowie der Abfallmassen verantwortlich und tragen so in hohem Maße zur Klimaerwärmung und zum Ressourcenverbrauch bei. Die heutige Art zu Bauen ist nicht nachhaltig und von daher muss sich hier etwas ändern.


    Die ÖkoPlus AG setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass ökologische Baustoffe, klimafreundliches Bauen und Sanieren in der Bevölkerung verbreitet wird. Deshalb gehört Ökoplus zu den Unterstützern der aktuellen Erklärung des Bauwende Bündnisses aus Verden.



    Bauwende - Verkehrswende - wie gehts weiter?


    Nach der „Verkehrswende“, die Parteisprecher Robert Habeck zufolge beinhaltet, dass „wir […] der Industrie vorschreiben, welche Motoren zu welchem Zeitpunkt nicht mehr produziert werden“, fand am Samstag den 16.11. auch ein Antrag zur „Bauwende“ auf dem Parteitag des Bündnis 90/Die Grünen in Bielefeld eine Mehrheit. Das Bündnis 90/Die Grünen hat bereits ein Beispiel geschaffen: Im Bezirk Hamburg-Nord vereinbarten SPD und Grüne, dass bei der Schaffung von Wohnraum nur noch „Lückenbebauung und Aufstockung“ vorgesehen werden sollen.


    Für einen Kilometer Autobahn, für den im Schnitt 200 Tonnen Kies und Sand benötigt werden, könnte man 150 Einfamilienhäuser bauen. „Das können wir uns nicht mehr leisten“, heißt es dazu in einer Erklärung von Bündnis 90/Die Grünen, „Einfamilienhäuser verbrauchen besonders viele Ressourcen, da im Vergleich zum Mehrfamilienhaus der Außenhautanteil sehr groß ist, zudem verschleißen sie extrem viel Bauland und Infrastruktur.“ Immer neue Einfamilienhausgebiete auf der grünen Wiese trieben den Flächenverbrauch weiter an. Um dem einen Riegel vorzuschieben, sollen „Privilegien für Flächenverbrauch, wie das erleichterte Baurecht im Außenbereich“ fallen und Baustoffe durch ihre CO2-Bepreisung verteuert werden.


    Die Bundesregierung fordert aktuell: Wir müssen gleiche Lebensverhältnisse für Stadt und Land schaffen. Bessere Wohnungsbauentwicklung in strukturschwachen Regionen. “Es gibt zur Strukturpolitik für den ländlichen Raum keine Alternative.” sagte Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.


    In den Bauordnungen der Länder soll, so schreibt die „Welt“, unter dem Banner von „Ressourcenschutz und -effizienz“ ein Schutzstatus für unversiegelten Boden „mit Festlegung eines bis 2035 auf Netto-Null sinkenden Flächenverbrauchs“ durchgesetzt werden. Zudem wird ein „Programm für flächensparendes Wohnen“ gefordert. Um die „wertvolle Ressource Boden effizient zu nutzen“, sollen laut Koalitionsvertrag in neuen Bebauungsplänen jedoch keine Einfamilienhäuser mehr ausgewiesen werden, berichtet die „Morgenpost“. An geeigneten Orten könnten auch „prägende Landmarken mit deutlich mehr Stockwerken“ entstehen.